So geht es mir aktuell
Trotz aller Widerstände und der Aussage vom Reha-Arzt in St. Peter-Ording, mich nach beruflichen Alternativen umzuschauen, hatte ich mein Studium zum WS 2003/04 wieder aufgenommen. Es fiel mir zu Beginn schwer, aber ich habe wieder rein gefunden.
Im Wintersemester 2006/07 habe ich meine Diplom-Arbeit geschrieben. Das passende Thema lag klar auf der Hand: "Die Nutzungsmöglichkeiten der Internetberatung für krebskranke Menschen und ihre Angehörigen", inklusive eigener Umfrage. Die mündliche Diplom-Prüfung danach war ein Klacks und somit darf ich mich seit Februar 2007 „Diplom-Sozialpädagogin/-arbeiterin“ nennen *superfreu*.
Nach einer Durststrecke von einem halben Jahr, arbeite ich seit September 2007 in der Bildungsbranche. Ich hoffe und wünsche mir, eines Tages im sozialen Bereich was Kreatives machen zu können (Kreativtherapie, Beschäftigungstherapie) oder/und mit Menschen zu arbeiten, die ähnliches wie ich durchmachen mussten.
Was halt von der ganzen Leukämie-/SZT-Sache übrig geblieben ist, sind GvHD`s und Spätfolgen, aber ich will mich nicht beklagen, es hätte auch schlimmer kommen können.
Ich habe trockene Augen, dagegen helfen Augengels/-tropfen, trockene Haut und ich habe eine limitierte GvHD der Leber, die zum Glück nicht behandelt werden muss – ich hab absolut keinen Bock mehr auf Sandimmun, Kortison & Co.
Die Spätfolgen nerven mich umso mehr, da sie leider auch nicht zu übersehen sind. Mein linkes Knie- und Hüftgelenk sind im Eimer und müssen irgendwann ausgetauscht werden. Durch den ganzen Mist habe ich das Becken nicht mehr optimal und das Bein verkürzt. So manche Sache verleidet mir diese Spätfolge und ich verfluche es oft genug, aber auf der anderen Seite …… - andere haben oft wesentlich mehr Probleme und die sind nicht immer so einfach zu beheben wie durch einen Gelenkaustausch usw. – also sollte ich mich nicht beschweren.
Ich habe mich mit Sicherheit durch die Krankheit und dem ganzen Drum und Dran verändert, aber ich denke eher zum positiven hin. Ich lasse mir nicht mehr alles gefallen und versuche mein Ding durchzuziehen. Ich sehe vieles mit anderen Augen und bin in vieler Hinsicht gelassener (was so manchen wohl verunsichert oder erstaunen lässt). Ich lebe im Jetzt und Hier, habe Träume und Wünsche, die ich mir irgendwann einmal erfüllen möchte (z.B. nach Israel fahren).
Mir geht’s gut, ich hab viel erreicht und ich fühl mich wohl, das ist die Hauptsache!
© by Silke