Dann will ich mal .........
Ich hab ja schon gesagt, dass ich die Schnauze voll hatte von meinem alten
Orthopäden. Inzwischen weiß ich auch, dass er bereits vorher falsch
gehandelt hat und mich quasi um ein gutes Stück Lebensqualität gebracht
hat, aber woher sollte ich das als Laie wissen.......
Nachdem ich das MRT schnell hinter mich hatte (nicht monatelange
Wartezeit), hatte ich rasch den Anschlusstermin beim Orthopäden gemacht
und mir auch noch extra einen Tag frei genommen, weil ich sowas stressfrei
über die Bühne bringen will und was passierte nachdem ich schon ellenlang
im Wartezimmer gewartet hatte? Kommt eine der Sprechstundenhilfen und
fragt mich, ob ich noch ausreichend Physiotherapie hätte und Schmerzmittel.
Ich verdattert und fragte wieso? Ja, es hätte sich ja nichts geändert (MRT)
und es könnte so bleiben wie es ist. Ich so, dass der Orthopäde zuletzt
gesagt hätte, wir wollten uns noch mal mein Gangbild anschauen, weil ich
immer mit den Füßen/Knöcheln nach innen "kippe". Sie ging dann wieder
und kam nach einer Weile zurück und fragte ob ich eine Schiene hätte, was
ich verneinte. Es dauerte eine ganze Weile und ich wurde aufgerufen - war
froh, dass ich endlich ins Sprechzimmer konnte. ABER - so weit kam es ja
nicht. Ich bekam ein Rezept in die Hand gedrückt für eine Orthese. Da hatte
ich die Schnauze voll, hab das Rezept genommen und bin raus. Mein Vater
und andere Patienten die das mitbekommen haben, schüttelten auch nur
alle mit dem Kopf.
Bleibt ja auch noch zu sagen, dass dieses Rezept der reinste Schwachsinn
war. Für mich als Dauerzustand ungeeignet und das gibts nur als Leihgabe.
Das kam aber erst nach Monaten raus, bis dahin war die Sache beim
Medizinischen Dienst und die forderten andauernd eine Stellungnahme vom
Orthopäden an.
Ich hatte sowas von genug von solchen Knochendocs, dass ich mich erst
nach über einem Jahr dazu aufgerafft habe, endlich einen anderen
Orthopäden aufzusuchen - heute weiß ich, es war mein Glücksfall. Er (wie
später auch die Ärzte in der Klinik und in der Reha) sagte, es hätte schon viel
eher operiert werden müssen. Das vorletzte MRT stammt von 2007 - das
mach nur noch mehr die Inkompetenz dieses Menschen deutlich. Er hat mir
einige Jahre versaut und mir Lebensqualität genommen, aber beweißt das
mal.
Auf jeden Fall hat mich der neue Orthopäde ganz schön zurechtgestutzt,
denn mit einer OP wollte ich warten bis ich weiß, ob mein Vertrag weiter geht.
So ging es dann fix. Ich bekam vom Orthopäden die Adresse einer Klinik in
Köln. Dort habe ich dann angerufen am nächsten Tag. Ich hätte schon eine
Woche später zur Beratung dorthin gekonnt, aber da war Urlaub in Holland
angesagt, so hatte ich den Termin dann zwei Wochen später.
Auch diese Ärzte sagten: schnell OP. McMinn-Methode kam nicht mehr in
Frage, da mein Hüftkopf schon zu sehr hin war. Angedacht wurde eine
Kurzschaftprothese. Letztendlich muss man bei der OP schauen. Ob sie den
enormen Beinunterschied dabei ganz ausgleichen konnten, wussten sie
auch nicht. Einen OP-Termin hätte ich schon nach 4 Wochen haben können,
aber das war mir zu kurzfristig, also wurden 6 Wochen draus.
29.09. bis 07.10.2010 - Eduardus-Krankenhaus in Köln-Deutz
Mittwochs musste ich in Köln einrücken und einen regelrechten
Untersuchungsmarathon hinter mich bringen, von 8 bis 14 Uhr. Leider kam
ich auf ein Vier-Bett-Zimmer und senkte den Altersduchschnitt erheblich. OK,
für 4 Personen war es ein recht großes Zimmer und es gab zwei Bäder (a 2
Personen).
Am nächsten Tag (30.09.2010) fand die OP statt und ich hab sie gut
überstanden. Da man mir mein eigenes, während der OP "verlorenes" Blut
zurückgab (war abgesprochen) war ich etwas länger im Aufwachraum.
Eingesetzt wurde mir nun eine normale Prothese eingesetzt, unzementiert.
Bereits am 1. Tag nach der OP hatte ich schon viel weniger Beschwerden,
vor allem das Knie gab keinen Mucks mehr von sich. Außerdem musste ich
im Zimmer bereits die ersten Schritte mit den Gehhilfen machen. Die richtige
Physiotherapie begann dann bereits am 2. Tag nach der OP. Erst den
Drei-Punkt-Gang lernen und dann rasch den 4-Punkt-Gang und Treppen
gehen.
Was kaum ging war ordentlich schlafen. Ich durfte ja nur auf dem Rücken
und das kann ich einfach nicht, daher waren die Nächte für mich grauenvoll.
War ich froh als der Oberarzt dann an dem zweiten Mittwoch fragte, ob ich
am Freitag nach Hause wolle - klar wollte ich und den Montag danach sollte
die AHB (Anschlussheilbehandlung) starten. So verbrachte ich das
Wochenende zu Hause, auch wenn sehr eingeschränkt.
11.10. bis 10.11.2010 - Reha Klinik Lindenplatz Bad Sassendorf
Normalerweise würde es mich dahin nicht verschlagen. Da ich nicht so mobil
war konnte ich es verschmerzen. Ich mein damit nicht die Klinik, sondern Bad
Sassendorf. Ist eher was für ältere Menschen. Die Klinik war top und sehr
erfahren in Sachen AHB bei Hüften (und auch Knien). Die haben mich richtig
gut gepuscht und ich hatte die beste Physiotherapeutin dort erwischt, die
eine spezielle computergesteuerte Messung machte mit dem Ergebnis, dass
meine Beine wieder gleich lang sind *freu* und das Becken rechts nur noch
2 mm zu hoch. Endlich wieder normal Schuhe kaufen können, die auf die
man Bock hat (ja, typisch Frau).
Die Reha war ein Fulltime-Job, 6-Tage-Woche, auch an Feiertagen. Viele
Sachen hatte ich fast täglich: Elektrostimulation, Motorschiene, Lymphomat.
drei Mal wöchentlich Gruppenkrankengymnastik, Einzel-Krankengymnastik
und Bewegungsbad. Zwei Mal wöchentlich Krafttraining (MTT) und
Ergomethertraining, zu Beginn erst nur Sitzfahrrad. Ein Mal wöchentlich
Moorteilpackung. Zu speziellen Vorträgen musste ich hin, aber die haben mir
nix neues erzählt, wusste ich alles schon aus dem Krankenhaus, wo mich die
Ergo- und Physiotherapie sehr gut vorbereitet hat.
Täglich habe ich meine Runde durch den einen Teil des Kurparks gedreht
und später immer um den See herum, natürlich mit den Gehhilfen. Am
Wochenende gab es Ausflüge nach Bad Sassendorf selbst, nach Soest
(auch zur bekannten Allerheiligenkirmes), nach Warstein und zum
Möhnesee.
Was mir nicht schmeckte war die Ansage des Rehaarztes, dass ich bis 3
Monate nach OP nicht arbeiten darf und im Anschluss ein
Intensivnachsorgerehaprogramm machen soll, wird von der
Rentenversicherung bezahlt.
Ich hatte ja auch eine Verlängerung und war somit fünfeinhalb Wochen in
der Reha. Am Ende war ich aber dann doch froh, dass es zu Ende ging, weil
man einfach nur noch nach Hause wollte. Aber die Reha hat mir sehr gut
getan, auch wenn das Defizit der Beinschwäche (operiertes Bein) natürlich
immer noch da war und die Physiotherapeutin war auch zufrieden mit mir.
12/2010-03/2011 IRENA-Nachsorgeprogramm
Dies fand nun in der "Reha Viersen" statt. Nicht grad um die Ecke, aber von
der Arbeit aus besser erreichbar, denn ich musste immer dienstags und
donnerstags ab 17:30 Uhr dorthin.
Am ersten Tag wurde man vom Orthopäden begutachtet (und auch später
beim Abschlussgespräch) und von einer Physiotherapeutin. Danach wurde
festgelegt, was gut und sinnvoll für einen ist an Geräten.
Der Rehatag begann mit Gruppenkrankengymnastik. Das war nicht wirklich
mein Fall. Danach war Krafttraining angesagt. Auch wenn es mir gut getan
hat, war ich froh, wenn der Abend vorbei war. Ich würde lügen wenn ich
sage, ich bin gerne hingegangen, denn das Meiste was ich da gemacht
habe, mache ich auch in meinem Fitness-Studio. Ich musste allerdings 24
Termine hinter mich bringen. So ist das eben. Da ich aufgrund der
Witterrungsbedingung vor Weihnachten einen Termin abgesagt habe und
auch wegen Fortbildung machen musste, zog sich die Reha mehr in die
Länge.
Ach ja, eine Art "kleine Belohnung" gabs am Ende: pro Tag den ich da war
bekam ich 5 Euro. War halt der Fahrtkostenzuschuss.
Jetzt gehe ich wieder in mein Fitness-Studio - da hab ich mehr von.
© by Silke